Bischof-Simpert-Preis 2018

Augsburg, 25.02.2019. Im Rahmen der Jugendwerkwoche des Bischöflichen Jugendamtes der Diözese Augsburg und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Augsburg wird heute Abend der Bischof-Simpert-Preis 2018 verliehen. Mit dem Bischof-Simpert-Preis wird in diesem Jahr der „Arbeitskreis Jugend“ der Pfarreiengemeinschaft Utting-Schondorf mit dem Pojekt „Taizé am See – Deutschland Olé“ ausgezeichnet. Den Innovationspreis erhält in diesem Jahr die Arbeitsgruppe „Leben und Glauben“ der Kolpingjugend im Diözesanverband Augsburg mit ihrem Projekt „Glauben ökologisch leben: GÖL“. Das Sternsingerteam der Pfarrei St. Peter Dillingen und Regens Wagner Dillingen erhält den Spirituellen Sonderpreis für ihre „Inklusive Sternsingeraktion in Dillingen“. Generalvikar Harald Heinrich überreicht den Siegern den Preis am Montagabend im Haus St. Ulrich.

Der Arbeitskreis Jugend der Pfarreiengemeinschaft Utting-Schondorf ist mit seinem Projekt „Taizé am See – Deutschland Olé“ ein würdiger Preisträger des Bischof-Simpert-Preises 2018. Die Idee zum Projekt entstand während der Planung für Aktionen im Sommer, die für Jugendliche als attraktiv wahrgenommen würden. Das bereits regelmäßig stattfindende Taizégebet sollte an einen Ort verlegt werden, an dem sich vor allem Jugendliche im Sommer sowieso treffen: die Schondorfer Seeanlage. Da unter anderem die laufende Fußball-WM eine Terminfindung erschwerte, kam die Idee auf, Gebet und Fußball miteinander zu verbinden: Geboren war damit das Projekt „Taizé am See – Deutschland Olé“. Bei dem Taizégebet in der Schondorfer Seeanlage konnten die Jugendlichen und alle anderen Besucherinnen und Besucher erfahren, dass Kirche und Gebet auch an Orten außerhalb von Kirchengebäuden staffinden kann. Der öffentliche Platz lockte zahlreiche Interessierte und Neugierige spontan in die Schondorfer Seeanlage, in der ein Taizékreuz sowie orangene Tücher und Kerzen in Gläsern aufgebaut waren. Nach dem Taizégebet zogen die Teilnehmenden in einer Prozession mit Taizékreuz und Kerzen zur Pfarrkirche. Beim anschließenden Public Viewing, bei dem natürlich auch für Verpflegung gesorgt war, wurde die deutsche Nationalmannschaft gemeinsam angefeuert. Die Jugendlichen konnte somit erfahren, dass Kirche sowohl Gebet, Gottesdienst und Glaube, als auch gleichzeitig eine frohe und lebendige Gemeinschaft ist. Dieses für andere Jugendgruppen leicht nachahmbare Projekt hat es auf vorbildliche Art und Weise geschafft zwei Veranstaltungen miteinander zu vereinen, die auf den ersten Blick nur wenig gemeinsam haben. Viele Teilnehmende haben Kirche und Gebet neu erlebt und gleichzeitig eine tolle Gemeinschaft vor Ort erfahren.

Der Innovationspreis wird in diesem Jahr an die Arbeitsgruppe „Leben und Glauben“ der Kolpingjugend im Diözesanverband Augsburg für ihr Projekt „Glauben ökologisch leben: GÖL“ überreicht. Ziel des Projektes war es, eine spirituelle Aktion in der Fastenzeit anzubieten, um Jugendliche einerseits auf den Brauch des Fastens aufmerksam zu machen und sie andererseits auch zum Mitfasten anzuregen. Der Fokus sollte dabei auf den Menschen selbst und ihrem Handeln in Gottes Schöfpung liegen. Um hierfür möglichst viele Interessierte zu erreichen, wurde Facebook als modernes Medium genutzt. Jede Fastenwoche verzichtete ein Mitglied der Arbeitsgruppe auf eine bestimmte Sache bzw. übte eine Aktivität besonders aus. Pro Fastentesterin und Fastentester standen zwei Optionen zur Wahl, über die auf Facebook mit Hilfe von Emojis abgestimmt wurde. Zur Option standen unter anderem: sich vegan zu ernähren oder ohne Smartphone auszukommen und eine Woche jeden Tag laufen zu gehen oder nur von regionalen und saisonalen Produkten zu leben. Die Erfahrungen aus der Woche wurden stets in einem Tagebuchbericht festgehalten und veröffentlicht. Durch das Fasten, das selbst vorgelebt wurde, und die Reflexion darüber konnten viele Jugendliche ebenfalls für das Fasten und gleichzeitig auch zum Nachdenken über ihren eigenen Lebensstil begeistert werden.

Der Spirituelle Sonderpreis geht in diesem Jahr an das Sternsingerteam der Pfarrei St. Peter Dillingen und Regens Wagner Dillingen mit ihrem Projekt „Inklusive Sternsingeraktion in Dillingen“. Die Idee zu diesem Projekt lag für das Sternsingerteam eigentlich auf der Hand. Denn viele Jahre haben die Ministrantinnen und Ministranten aus Dillingen alleine die Sternsingeraktion in Dillingen St. Peter durchgeführt. Mit der Zeit wurde es jedoch immer schwieriger, genügend motivierte Kinder und Jugendliche zu finden, um alle Haushalte zu besuchen. Gleichzeitig gabes aber bei Regens Wagner, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung, ebenfalls Ministrantinnen und Ministranten im Alter von 14 bis 70 Jahren, die als Sternsingerinnen und Sternsinger in den Wohngruppen von Regens Wagner unterwegs waren. Aufgrund dieser Situtation war für das Team die Lösung denkbar einfach: eine gemeinsame inklusive Sternsingeraktion! Nach den notwendigen Vorbereitungen und Planungen konnten die Sternsingerinnen und Sternsinger in Dillingen mit insgesamt fünf Gruppen bestehend aus 20 Kindern und Jugendlichen der Stadt sowie 16 Bewohnerinnen und Bewohnern von Regens Wagner in die Sternsingeraktion starten: Vom 2. Bis 4. Januar 2018 wurden die Haushalte in Dillingen besucht. Das gute Miteinander und der Spaß bei der inklusiven Sternsingeraktion wurden danach von allen Teilnehmenden betont und beim gemeinsamen Mittagessen in Familien am letzten Tag gefeiert.

Insgesamt gingen für den Bischof-Simpert-Preis dieses Jahr 25 Bewerbungen ein. Der Hauptpreis ist mit 500 Euro dotiert, der spirituelle Sonderpreis und der Innovationspreis mit jeweils 250 Euro. Alle weiteren Einreichungen erhalten je 50 Euro.

Der Bischof-Simpert-Preis wird seit 1997 vergeben und honoriert Projekte des jeweiligen vergangenen Jahres. Die Auszeichnung wird in diesem Jahr zum 22. Mal vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend und dem Katholischen Jugendwerk (KJW) vergeben.

Warum Simpert-Preis?
Nach einer Legende hat Bischof Simpert ein kleines Kind vor einem reißenden Wolf gerettet. Heute gibt es für Kinder und Jugendliche andere Gefahren und Bedrohungen. So ist es auch heute notwendig, sich für die Belange von Kindern und Jugendlichen einzusetzen. Mit dem Bischof-Simpert-Preis hebt der BDKJ selbstverantwortete Aktivitäten und Projekte junger Menschen hervor. Kinder und Jugendliche erhalten zusätzlich Impulse für ihr eigenes Engagement.

In der Jury saßen:

Domkapitular Dr. Wolfgang Hacker, Verbändereferent

Renate Deniffel, Bezirksrätin

Stefan Schröter, Vorstandsmitglied des Katholischen Jugendwerks

Josef Karg, Redakteur Augsburger Allgemeine

Alexandra Hofer, PSG Diözesanverband Augsburg

Lukas Hofman, BDKJ Kreisverband Ostallgäu.